Vogalonga 2026 oder wiiiitääär paddlääää!

Am 50. Geburtstag der Vogalonga war der DBCMeilen mit 16 Leuten zum dritten Mal dabei. 2000 nicht motorisierte Boote und etwa 8000 Personen auf der 25 km langen Route um und in Venedig an Pfingstsonntag unterwegs. Soweit, so bekannt – kennen wir ja schon ein bisschen.

Echt?  Da gab es ein paar abenteuerliche Überraschungen – Venedig at its Best! Heisser, länger (40 km) und abenteuerlicher als auch schon.

Wie üblich startete das Team Drachenboot-Transport, 2026 bestehend aus unseren Helden Richi und Urs, schon mitten in der Nacht auf Samstag. Diesmal ging es zum ersten Mal nach Fusina, Mestre wo das Boot eingewässert werden sollte und das hatten wir ja schliesslich schriftlich und vorbildlich angemeldet. Die Realität bescherte unseren beiden Herren bei Ankunft dort nach mindestens 10 Stunden Autofahrt allerdings wilde Verhandlungen wo und vor allem ob unser schönes Drachenboot denn überhaupt eingewässert werden könne: Benvenuti in Italia! Es soll sogar über Bestechung nachgedacht worden sein. Jedenfalls durfte Boot samt Trailer abgestellt werden.

der Schlepper hätte uns gerne ziehen dürfen

Und gegen 8 Uhr Pfingstsonntag sassen wir auch schon im Boot. Die etwa einstündige Paddelanreise von Fusina bis zum Markusplatz zerstörte auch die letzten Illusionen in den Köpfen zum Thema Vogalonga: ist das nicht käffele und Pizza essen, gemütliches Beisammensein und dazwischen ein bisschen paddeln?

Nein. 100% Konzentration ab 8:00 Uhr und immer weiter paddeln hiess es bei lebhaftem Wellengang, vor allem als wir auf dem letzten Teilstück schon in der Stadt Venedig die noch wenigen Motorboote antrafen. Die beschauliche Einfahrt durch den Canale Grande konnten wir von Fusina aus ja nicht nehmen, Schluss mit Touristenprogramm und ummeluege. So also trafen wir gut aufgewärmt und klar fokussiert kurz vor 9 Uhr am Markusplatz ein, die ersten 7 km waren schon geschafft, 33 sollten noch kommen.

Die folgenden 25 km belohnten das frühe Aufstehen und sonstige Quälereien. Während der Fahrt dann Boote aller Art soweit das Auge reicht, Luca zum Beispiel, der in seinem fabelhaften Glitzerboot Telefonnummern mit schönen Frauen im DBCM tauschte, um auch endlich mal eine fotografische Fremdperspektive von sich selbst zu bekommen. Ausserdem Sonnenschein pur, das Bestaunen aller Pracht und Herrlichkeit venezianischer Bauten, die farbigen Häuschen kurz vor unserer Mittagspause und das gemütliche Schaukeln auf Salzwasser. Sogar die erste Pippi-Pause lief tiefenentspannt auf einer kleinen Schlamminsel ab. Wir Damen hübsch angeordnet im pädagogischen Halbkreis um einen grünen Busch praktisch gleichzeitig. Auch das ist timing und Teamarbeit. Lief gut. 😊

Stau bei der Einfahrt in den Canale Grande

Als fast am Schluss dieser sagenhaft vielfältigen bunten Rundfahrt um Venedig doch etwas Müdigkeit aufkommen wollte, verschaffte uns der wirklich sehr lange und sehr chaotische Stau beim Gedränge und Geschiebe vor dem Canale Grande eine lange Paddelpause. Urs mobilisierte seine Restenergien, um die schlimmsten Schäden an Fremdbooten und Lungta zu vermeiden indem er an der Spitze des Bootes liegend herumwurschtelte. Der Rest unserer Besatzung staunte. Oder chillte.

Urs auf der Streckbank

Schliesslich ging es endlich weiter. Tatsächlich wurden wir um die Rialtobrücke noch mit «Hopp Meilen !» angefeuert Dank Jinnys Familie und auch sonst bejubelt. Einiges später bestückt mit Medaillen und Teilnahmebestätigungen, Bier, Gelati und Kaffee im Bauch dann die Rückfahrt nach Fusina. Wir wollen jetzt nur noch nach Hause sollen Einzelne gesagt haben.

Das aber hatte seinen Preis. Endlich konnten wir noch einmal so richtig beweisen dürfen was es heisst als Team zusammen zu arbeiten. Nur kurz rechts ab, weg vom Markusplatz lachten uns die Wellen an. Motorboote waren schon wieder unterwegs und es hiess eins ums andere Mal: wiiiitääär paddlääää! Das Boot schaukelte mächtig, wilde hohe Wellen spülten das Boot voll mit Wasser, Schlagseite rechts. Schöpfen die Einen, beherztes Paddeln der Anderen. Dank 1000% iger Klarheit unseres Steuermannes Richi (Bravoooooooo!), einem Paddel -Team, das sich durch nichts beeindrucken liess, cool geblieben ist, einfach immer weiter paddelte, die Kommandos top befolgte und einer ordentlichen Portion Glück haben wir auch das geschafft. Helden wie wir! Es war ein bisschen knapp, das darf man sagen.

Geendet hat dieser unglaubliche Tag abends mit italienischem Essen und ebenso unglaublich lauter Live-Pop-Musik auf dem Campingplatz. Erschöpft? Ach was – es soll noch getanzt worden sein.

 

Riesiges Dankeschön an Euch alle: Durchhaltevermögen, Teamgeist, Humor und Coolness in den wichtigsten Momenten. Und jetzt wiiitääääär paddlääääää. Immer wiiiiitääär.
Nehmt diese Energie an die bevorstehenden Rennen mit! 

Indoorcup Stuttgart 7.Dezember 2025

Alle Jahre wieder heisst es mit grosser Leidenschaft für den Drachenbootclub Meilen: 6 gegen 6 im Vaihinger Hallenbad bei unseren schwäbischen Kollegen, den Stuttgarter Broncos. Vier Teams (aus Erfahrenen und Neulingen gemischt) des Drachenbootclubs Meilen sind in 3 Kategorien angetreten: Open, Woman und zwei Teams Mixed, um mit viel Spass, Action und Muskelkraft um Podestplätze zu kämpfen.

Kategorie «Open» -Knapper kann ein 2. Platz kaum ausfallen

Das Open Boot holte mit wenigen Ausnahmen einen Sieg nach dem anderen und durfte im saustarken Finale um den ersten Platz gleich zweimal nacheinander wirklich Alles geben während zwei quälend langer Rennen. Unter tosendem Applaus, kreischendem Anfeuern und einer spannungsgeladenen Atmosphäre haben die DBC Meilemer Männer definitiv dafür gesorgt, dass ihr Finalrennen den spannendsten Abschluss eines ereignisreichen Tages lieferte. Ihr habt mehr als eindrücklich demonstriert was es heisst: niemals aufgeben, ausdauernd kämpfen um jeden Millimeter. Wir sind der Meinung: Ihr seid die Sieger des Herzens und so knapp am Sieg vorbei, dass ihr auch gewonnen habt. Bravo und Riesenrespekt vor dieser Leistung! Saustark!

Kategorie «Woman« – 3. Platz

Auch hier gab es Siege zu verzeichnen, aber auch die ein oder andere Niederlage. Mit tapferem Durchhaltevermögen, grösstmöglicher Anstrengung und beeindruckender Frauenpower haben wir den 3. Platz geholt. Alle zusammen mit Riesenleidenschaft – Hervorragende Leistung!

«Mixed 1» und «Mixed 2» – Rang 6 und 9

Langeweile ist nie aufgekommen, denn im etwa 25 Minuten Takt waren wir Alle ständig gefordert – fuhren alle doch in 2 Kategorien mit. Auch hier Vollgas gegen eine bunte Mischung aus Gegnern, die unsere Stärken und Schwächen offenbarten. So im Dauereinsatz mussten wir uns praktisch nie wirklich aufwärmen, kämpfen die einen – unterstützen die anderen mit Anschreien vom Beckenrand und nicht zu vergessen: die mentale Unterstützung!

Superstarkes Team und ein unvergesslicher zweiter Advent für Alle

Am Ende des langen Tages fahren wir mit grossartigen Eindrücken, grossen Emotionen und erstklassigen Platzierungen nach Hause, die uns die körperliche Anstrengung (fast) vergessen lassen. Danke an Dani, der unsere Teilnahme organisiert hat, Mediya für ihren spontanen Einsatz und Alfonso und Albin für ihre starke Unterstützung und einfach Alle, die einmal mehr Alles gegeben haben. Herzliche Grüsse an unsere drei Besucher, die mitgefiebert haben und alle Unterstützer:innen an den Bildschirmen!

Wir sehen uns schon bald wieder im Meilemer Hallenbad am 15. März 2026 – Gooooo!

Vogalonga Venedig 2024 – und wir mittendrin!

Die Vogalonga ist eine Veranstaltung, die von Venezianern vor fast 50 Jahren als Protestaktion gegen die Wellenbewegungen der Motorboote in der Lagune Venedigs entstanden ist, weil diese Wellenbewegungen den Erhalt der Stadt und die der Lagune gefährden. So kommen mittlerweile jährlich Paddler von nah und fern zusammen, um am Pfingstsonntag eine etwa 30 km lange Strecke durch die Lagune von Venedig zurückzulegen. Dieses Jahr waren es etwa 2000 Boote mit insgesamt 7500 Teilnehmern.

Und der DBC Meilen zum zweiten Mal mittendrin! Weil wir noch sportlicher sind als wir aussehen (Danke Sybille für diese coolen Caps), verlängern wir diese Strecke mit der Anreise von Mestre, Festland zum Startpunkt Markusplatz um weitere rund 10 km. Das Ganze gegen 8:15 Uhr am Sonntagmorgen. Die Anreise samt Einfahrt durch den Canale Grande in noch fast Touri-freier verschlafener Atmosphäre erinnert unsere 8 Neulinge an Bord daran, dass all die Muskelkraft sich lohnen wird: Freilichtmuseum Venedig vom Wasser aus. Das Startsignal Kanonendonner um 9 Uhr war dieses Jahr laut genug und für ein einziges Mal an diesem Tag hiess es auch für uns: Are You ready, attention, go! Unsere Steuerfrau Tsering navigierte uns sicher durch all die bunten Boote, engagierten Ruderer und hier und da ein überfordertes Gondoliere Boot – attentione!

Einer der Höhepunkte auch dieses Jahr: die Schlusseinfahrt mit grande Chaos im Canale Grande, dazu das gesamte Temperament unserer italienischen Freunde in ihren verkeilten Ruderbooten, dazwischen schwimmende Ordnungshüter und hitziges Krakele. Ein Spass, den wir aus unserem 21 Mann und Frau starken Drachenboot staunend verfolgen.

Und am Schluss auch bei uns noch kurz high emotions: verbrauchte Kraft, verzweifelte WC- Suche und grosser Durst führten zu 2 weiteren Pausen und einem Gruppenfoto auf dem 2 Paddlerinnen vermisst werden – Espressobar? Noch 20 Selfies oder verzweifelter Fluchtversuch? Am Ende des Tages sind wir selbstverständlich wieder vollständig und glücklich und feiern ganz besonders unsere mutigen Unterstützerinnen und Unterstützer, die sich auf das Abenteuer DBC Meilen an der Vogalonga eingelassen haben! Ohne Euch wäre dieser Anlass kaum möglich gewesen, Danke für Eure Abenteuerlust, eure Begeisterung, Offenheit und Leidensfähigkeut….ääääh Leidenschaft am Paddel(n)! Ein riesengrosses Dankeschön gilt Urs, Oliver und Matti, die unser Drachenboot nach Bella Italia transportiert haben und weder Schlafmangel noch Mühe gescheut haben dieses Event zu ermöglichen. Und für Alle: Aufgepasst wann es möglicherweise wieder heissen könnte: Voaglonga – wir kommen!